Digitalisierung · Gigabitstrategie 2022

Glasfaser bis 2030: Was lässt sich am Ziel prüfen?

Bis 2030 sollte Glasfaser flächendeckend bis ins Haus reichen. Ende 2025 sollten zunächst 50 Prozent aller Haushalte und Unternehmen versorgt sein. Was davon belegen die amtlichen Zahlen?

Ergebnis der Quellenprüfung

Eine gemeinsame Zielerreichungsquote wäre irreführend.

Verfügbarkeit ist belegt, physische Vollversorgung damit nicht.

Der Breitbandatlas erfasst für Dezember 2025 FTTB/H-Verfügbarkeit einschließlich Homes Passed. Das kann Grundstücke einschließen, deren Hauszuführung noch gebaut werden muss. Die Angaben für Privathaushalte und Unternehmensstandorte haben außerdem unterschiedliche Nenner.

Wir veröffentlichen deshalb keine aus beiden Prozentwerten gemittelte Zielquote und rechnen Anschlusszahlen aus dem Datenportal nicht in eine Haushaltsquote um. Das Fehlen eines passenden Gesamtindikators ist weder eine Nullversorgung noch ein Beleg für Zielerfüllung.

Originalbeleg · Kapitel 3, Seite 9

Was wurde in der Gigabitstrategie angekündigt?

Die 2022 beschlossene Strategie verbindet das Jahr 2030 mit flächendeckenden Glasfaseranschlüssen bis ins Haus. Als ersten Schritt nennt sie für Ende 2025 eine Versorgung von 50 Prozent aller Haushalte und Unternehmen. Es handelt sich um ein politisches Strategieziel; die Atlasanzeige begründet keinen individuellen Anspruch auf einen Anschluss.

Gigabitstrategie, Bundestagsdrucksache 20/2775, Seite 9 im Original →

Wir prüfen den Wortlaut aus dem Jahr 2022. Die damalige Etappe 2025 bleibt eine eigene historische Frage und wird nicht durch den späteren Horizont 2030 ersetzt. Einen aus der Strategie nicht belegten jährlichen Ausbaupfad setzen wir nicht voraus.

Tabellenstand Dezember 2025

Was zeigen die Zahlen zum Ende des Etappenjahres?

Privathaushalte: 48,91 Prozent

Die Haushaltstabelle nennt einen Wert unterhalb der 50-Prozent-Marke. Das ist eine Aussage über die im Atlas erfasste Versorgbarkeit der Privathaushalte. Sie beschreibt nicht automatisch die Zahl physisch angeschlossener Wohnungen.

Unternehmensstandorte: 51,32 Prozent

Die Unternehmenstabelle nennt einen Wert oberhalb der 50-Prozent-Marke. Ihre Standortbasis entspricht nicht ohne Weiteres rechtlichen Unternehmen. Zusammen mit der Haushaltsquote ergibt sich daraus keine belegte gemeinsame Quote für den vollständigen Zielwortlaut.

Die Tabelle gehört zu Dezember 2025. Die Atlas-Karte nennt bereits Juni 2026; diesen neueren Kartenstand übertragen wir nicht auf die ältere Datei. Änderungen der Erhebung und der FTTH-/FTTB-Zuordnung erschweren zudem direkte Zeitvergleiche.

Welche Messung wäre für einen vollständigen Zielvergleich nötig?

Für eine belastbare Quote bräuchte es einen zum politischen Wortlaut passenden Zähler, eine dazugehörige Grundgesamtheit und eine eindeutige Abgrenzung des physischen Ausbaustands. Die Zahl aktiver Verträge wäre dafür allein ebenfalls ungeeignet: Ein Versorgungsziel verlangt nicht, dass jeder vorhandene Anschluss bereits genutzt wird.

Die amtlichen Anschlussreihen helfen beim Einordnen des Ausbaus. Sie bleiben jedoch Millionen Endkundenanschlüsse mit eigenen Quellenfassungen und werden nicht mit den Atlas-Prozentwerten verrechnet.

Quellen und Datenstand

Politischer Beleg: Gigabitstrategie 2022, Kapitel 3. Statistische Grundlage: Breitbandatlas, XLSX Dezember 2025, sowie BNetzA-Datenportal. Messdefinitionen, Originaltabellen, abweichende Fassungen und Importstände sind auf der zugehörigen Datenseite dokumentiert.

Die Zahlen hinter dem Ziel

Glasfaserverfügbarkeit, Anschlüsse und Nutzung ansehen →