Bauüberhang: genehmigte, noch nicht fertige Wohnungen
Der Bauüberhang erfasst genehmigte Wohnungen, deren Fertigstellung zum Jahresende noch aussteht. Dazu gehören auch Vorhaben, bei denen der Bau noch nicht begonnen hat.
Wohnungen im Bauüberhang: der Datenstand im Überblick
So viele genehmigte Wohnungen waren am Jahresende noch nicht als fertiggestellt erfasst.
Gegenüber 2024: +948 Wohnungen (+0,1 %).
Die Tabelle zeigt den bei Politikfolgen verfügbaren amtlichen Stand je Zeitraum. Die Balken beginnen bei null und sind innerhalb dieser Reihe auf den größten Wert skaliert.
| Stichtag | Wohnungen | Zum vorherigen Messpunkt | Verlauf |
|---|---|---|---|
| 31.12.2025 | 760.691 | +0,1 % | |
| 31.12.2024 | 759.743 | -8,1 % | |
| 31.12.2023 | 826.756 | -6,6 % | |
| 31.12.2022 | 884.826 | +4,5 % | |
| 31.12.2021 | 846.467 | +8,6 % | |
| 31.12.2020 | 779.432 | +5,3 % | |
| 31.12.2019 | 740.367 | +6,8 % | |
| 31.12.2018 | 692.948 | +6,1 % | |
| 31.12.2017 | 653.301 | +7,8 % | |
| 31.12.2016 | 605.771 | +15,9 % | |
| 31.12.2015 | 522.655 | – |
Veränderung = (aktueller Wert − vorheriger verfügbarer Messwert) ÷ vorheriger Messwert × 100. Bei fehlendem Vergleichswert oder einem Vergleichswert von null wird keine Prozentänderung berechnet. Ein fehlender Wert wird als „–“ angezeigt.
Was bedeutet Bauüberhang?
Zum Bauüberhang gehören genehmigte Bauvorhaben, deren Fertigstellung am Ende des Kalenderjahres noch aussteht. Unsere Zeitreihe betrachtet die darin enthaltenen Wohnungen. Sie ist eine Bestandsaufnahme zum 31. Dezember und keine Summe aller in diesem Jahr erteilten Genehmigungen.
Der Bau kann noch nicht begonnen haben oder sich bereits in unterschiedlichen Stadien befinden. „Unter Dach“ bezeichnet einen rohbaufertigen Zustand und damit noch keine vollständige Fertigstellung. Die Begriffe erläutert das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz.
Sind diese Wohnungen bald verfügbar?
Der Gesamtwert verrät nicht, wie nah die einzelnen Vorhaben an der Fertigstellung sind. Zwei Jahre mit gleichem Bauüberhang können eine unterschiedliche Mischung aus noch nicht begonnenen und weit fortgeschrittenen Projekten enthalten. In der hier gezeigten Gesamtzeitreihe wird diese Aufteilung nicht dargestellt.
Ein hoher Bestand lässt sich deshalb nicht direkt in eine Zahl der Wohnungen übersetzen, die im nächsten Jahr bezogen werden können. Auch eine durchschnittliche Wartezeit kann aus dem Gesamtwert allein nicht abgelesen werden.
Wie lässt sich ein Anstieg oder Rückgang verstehen?
Neue genehmigte Vorhaben können zum offenen Bestand hinzukommen. Fertiggestellte Vorhaben verlassen ihn. Zusätzlich können etwa erloschene Genehmigungen und statistische Korrekturen den Bestand verändern. Die Differenz zweier Stichtage beschreibt deshalb die Nettoveränderung, nicht einen einzelnen Vorgang.
Ein vereinfachtes Rechenbeispiel: Ein Bestand von 100 Wohnungen wächst durch 30 neu hinzugekommene Wohnungen und sinkt durch 20 Fertigstellungen auf 110. Das gilt nur unter der Beispielannahme, dass es keine weiteren Zu- oder Abgänge gibt. Aus den beiden Beständen 100 und 110 allein wären die 20 Fertigstellungen nicht erkennbar.
Ein sinkender Bauüberhang ist somit für sich genommen kein Beleg für beschleunigten Wohnungsbau. Zur Einordnung gehören auch die Genehmigungen und die tatsächlichen Fertigstellungen.
Bestand und Jahresleistung auseinanderhalten
Der Bauüberhang ist ein Bestand an einem Stichtag. Genehmigungen und Fertigstellungen sind dagegen Vorgänge innerhalb eines Berichtsjahres. Addiert man diese Zahlen, entsteht keine sinnvolle Gesamtzahl neu geschaffener Wohnungen: Ein Vorhaben kann zuerst als Genehmigung, später im Bauüberhang und schließlich als Fertigstellung auftauchen.
Für politische Ergebnisziele bleiben die Fertigstellungen die passende Vergleichsgröße, sofern Ziel und Messdefinition zusammenpassen. Wie die Größen ineinandergreifen, zeigt unser Erklärstück zur Wohnungsbaustatistik.
Zum Original nachlesen
- Destatis: GENESIS-Tabelle 31131-0001 ↗
- Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Glossar zur Bautätigkeit ↗
Die Quellen belegen Messdefinitionen und fachliche Abgrenzungen. Rechenbeispiele sind ausdrücklich als solche gekennzeichnet. Wie wir Datenstände und Korrekturen behandeln, steht in unserer Methodik.
Die Zahlen stammen aus der bei Politikfolgen gespeicherten amtlichen Jahresreihe. Neuere Monatsmeldungen können bereits vorliegen; sie werden hier nicht mit vollständigen Jahreswerten vermischt.